HNA: Vorgesellschaft für Bioenergiedorf

Sohlingen steht kurz vor der Gründung einer GbR für weiteren Planungen

Sohlingen. Im Uslarer Land macht sich Sohlingen auf den Weg, das zweite Bioenergiedorf zu werden. Nachdem in Verliehausen bereits eine Gesellschaft gegründet worden ist, steht ein ähnlicher Schritt in Sohlingen bevor: Geplant ist am Dienstag, 15. April, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus eine Gründungsversammlung der Bioenergiedorf Sohlingen GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts).

Dabei handelt es sich um eine Vorgesellschaft, die den Auftrag erhalten soll, die Planungen für den Bau einer Biogasanlage und ein Nahwärmenetz fortzuführen. Danach ist dann die Gründung einer Genossenschaft zum Bau und Betrieb der Anlage und des Nahwärmenetzes vorgesehen, erklärte Wilhelm Wedekind von der Initiative Bioenergiedorf Sohlingen das weitere Vorgehen für das Projekt. Baubeginn sei frühestens 2009.

Komplette Wärmeversorgung

Es sieht vor, mit einer Biogasanlage, die links neben der Bundesstraße 241 in Richtung Kammerborn errichtet werden soll, das Dorf komplett mit Wärme zu versorgen. Von den 190 Haushalten in Sohlingen haben sich bisher 75 Hausbesitzer bereiterklärt, auf Bioenergie-Nahwärme umzusteigen, berichtet Wedekind über das Grundsatzinteresse bei den bisherigen Zusammenkünften und Planungen.

Diese Hausbesitzer bekommen noch vor der Versammlung ein Exemplar des Vertrages zur Gründung einer Vorgesellschaft, um informiert zu sein. Bisher seien 45 Haushalte bereit, bei der Gesellschaft mitzumachen. Das reiche aber noch nicht aus.

Deshalb wirbt die Initiative Bioenergiedorf weiterhin kräftig für ihr umweltschonendes Projekt, bei dem mit Biomasse wie Gülle und Getreide Biogas erzeugt wird. Damit wird ein Blockheizkraft betrieben, das zum einen Strom und zum anderen Nahwärme erzeugt – immer günstiger als mit Heizöl. Auch örtliche Großabnehmer, darunter das Dorfgemeinschaftshaus, hätten ihre Bereitschaft zum Mitmachen signalisiert, so Wedekind.

Verbunden mit einem Beitritt in die Vorgesellschaft ist eine Kapitalanlage von 200 Euro. Denn ganz ohne Geld könnten die Planungen nicht vorangetrieben werden.

3 bis 3,5 Millionen Euro

Wilhelm Wedekind bezifferte die voraussichtlichen Kosten für das Projekt in Sohlingen auf zwischen 3 und 3,5 Millionen Euro. Dazu werden zurzeit 400 000 Euro an Zuschüssen erwartet. Die ganze Anlage soll sich nach zwölf Jahren amortisieren, sagte Wedekind zu den Berechnungen. Dabei müsse man keine Sorgen haben: Das Projekt werde von Experten begleitet, darunter Volker Ruwisch (Dinkelhausen), der für die Uni Göttingen maßgeblich am ersten Bioenergiedorf Jühnde mitgearbeitet hat. Ruwisch und andere Experten sollen in der Gründungsversammlung am 15. April auch für Fragen zur Verfügung stehen. (fsd)